Arbeitgeber auf Konflikt gebürstet

Arbeitgeber auf Konflikt gebürstet

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1969

Metallindustrie: Erste Tarifverhandlung in NRW ohne Ergebnis

Es wird keine leichte Tarifbewegung in der Metallindustrie: Die Arbeitgeber wiesen in der ersten NRW-Tarifverhandlung in Siegen alle Forderungen der IG Metall zurück. „ Wir wollen eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 5,5 Prozent, eine bessere Altersteilzeit sowie Zeit und Geld für Weiterbildung“, sagte die IG Metall-Bevollmächtigte Clarissa Bader. Die Arbeitgeber halten die Forderungen der IG Metall überzogen. Sie mauerten und legten kein Angebot vor. Sie sind in dieser Tarifrunde „auf Konflikt gebürstet“. Bader: „Wir müssen uns auf eine heftige Tarifbewegung einstellen.“

In Siegen sagte der neue Verhandlungsführer und Arbeitgeberpräsident Arndt Kirchhoff provozierend, wenn die Gewerkschaft eine Tariferhöhung unter zwei Prozent akzeptiere, käme man „schnell zum Abschluss“. Die Erste Bevollmächtigte wies dieses Ansinnen entschieden zurück und erklärte. „Wir sehen für das Krisengerede der Arbeitgeber überhaupt keinen Grund.“ Alle Wirtschaftsforschungsinstitute gingen für 2015 von einem Wachstum aus. Sollte sich der aktuelle Rückgang der Preise fortsetzen und eine wirtschaftlich gefährliche Deflation Gestalt annehmen, müsse die IG Metall „erst recht“ höhere Löhne fordern, um eine Gegenentwicklung einzuleiten.

Doch nicht nur beim Geld gibt es einen tiefen Graben zwischen Metall NRW und IG Metall NRW. Noch tiefgreifender ist er, wenn es um Alters- und Bildungsteilzeit geht. Bei der Altersteilzeit wollen die Arbeitgeber unterscheiden zwischen denen, die nicht mehr können und denen, die nicht mehr wollen. Die Entscheidung wollen sie allein treffen. Auch Weiterbildung soll es nur geben, wenn der Arbeitgeber es will. Was die Beschäftigten wollen, interessiert sie nicht. Hier kommt wieder der hässliche „Herr-im-Hause-Standpunkt“ zum Vorschein.

Die zweite Tarifverhandlung ist am 27. Januar in Düsseldorf. Tags darauf endet die Friedenspflicht. Ab dem 29. Januar sind Warnstreiks möglich. Clarissa Bader ist überzeugt: „Wir werden nicht nur NRW-weit, sondern auch in unserer Verwaltungsstelle Gevelsberg-Hattingen unsere Stärke zeigen“.

„Mehr Lohn – Bildungsteilzeit – Fortsetzung Altersteilzeit“ Foto: IGM GH-Archiv

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