Auf einem toten Planeten gibt es keine Arbeitsplätze

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20. September: Internationaler Aktionstag für den Klimaschutz

Am 20. September soll ein breites Bündnis gemeinsam auf die Straße gehen und für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens und damit für Klimaschutz demonstrieren. Die »Fridays for Future« Bewegung der Schüler*innen ruft zu einem weiteren internationalen Aktionstag auf. In Deutschland wird es vermutlich über 100 Städten Demonstrationen und Streiks geben.

Es ist der Freitag vor dem Klima-Sondergipfel, zu dem UN-Generalsekretär Antonio Guterres die Staats- und Regierungschefs eingeladen hat. In Berlin will das Klimakabinett der Bundesregierung die Maßnahmen beschließen, mit denen Deutschland in die Spur kommen soll, um seine CO2-Ziele zu erreichen. Die Demos im September sollen größer werden als alle bisherigen. Zum ersten Mal rufen die jugendlichen Klimaaktivisten auch die arbeitende Bevölkerung auf.

Politik muss beim Klimaschutz aufs Tempo drücken

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erklärt dazu: Die Politik muss beim Klimaschutz aufs Tempo drücken. Die Forderung von Fridays for Future teilen wir, „denn auf einem toten Planeten kann es keine Arbeitsplätze geben“. Aber es sei auch klar: Klimaschutz geht nur sozial. Der Weg in eine kohlenstoffarme Zukunft ist alternativlos, er muss gerecht gestaltet sein und darf niemanden zurücklassen. Mit einem Paket aus einer ambitionierten Klimaschutzpolitik und einer aktiven Strukturpolitik bietet der Wandel große Chancen für neue und nachhaltige Beschäftigung und „Gute Arbeit“.

Schon heute arbeiten Umweltverbände wie BUND und NABU mit der IG Metall zusammen, um Einfluss auf die Gestaltung des »sozial-ökologischen Umbaus« zu nehmen. Über 50.000 Gewerkschafter*innen demonstrierten Ende Juni auf der #fair-Wandel-Demonstration der IG Metall in Berlin angesichts der zunehmenden Digitalisierung und des Klimawandels für einen ökologischen und nachhaltigen Umbau der Wirtschaft; für eine Industriekultur, die soziale und ökologische Nachhaltigkeit zusammen denkt.

Klimawandel existentielle Gefahr für alle Generationen

In der den Delegierten des Gewerkschaftstages der IG Metall Anfang Oktober in Nürnberg zur Beratung und Beschlussfassung vorliegenden Entschließung 2 heißt es u.a.: „Der Klimawandel ist eine existentielle Gefahr für uns und folgende Generationen – und die Konsequenz menschlichen Handelns. Der ökologische Umbau der Wirtschaft ist die notwendige Reaktion auf die drohende Klimakatastrophe. Als Industriegewerkschaft haben wir eine besondere Verantwortung dafür, den gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu begleiten und letztlich sogar ein großes Interesse daran, ihn im Sinne der Beschäftigten möglichst schnell umzusetzen. Das Pariser Klimaschutzabkommen bietet die einmalige Möglichkeit auf einen international koordinierten Klimaschutz.“

DGB: Wer für mehr Klimaschutz demonstriert, verdient Respekt und Unterstützung

Der DGB stellt fest: Wer sich mit demokratischen Mitteln für seine politischen Ziele einsetzt und für mehr Klimaschutz demonstriert, verdient Respekt und hat unsere Unterstützung. Ein Streik ist eine Arbeitskampfmaßnahme, zu der Gewerkschaften nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen aufrufen können. Arbeitnehmer*innen, die sich mit den Aktionen von Fridays for Future solidarisieren und an Demonstrationen teilnehmen wollen, sollten das geltende Arbeitsrecht beachten und sich für diese Zeit freinehmen.

Foto: dpa

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