„Auf geht’s – Faires Entgelt für Frauen“

„Auf geht’s – Faires Entgelt für Frauen“

Birgit Schlag auf der Frauenkonferenz der IG Metall in Willingen

Arbeitszeit gerecht verteilen. Frauenentgelte, die sicherstellen, dass Frauen auch im Alter gut leben können und eine gute Vereinbarkeit von Arbeit und Leben. „Diese Forderungen sind nicht neu, aber trotzdem hochaktuell und standen im Mittelpunkt IG Metall Frauenkonferenz im Sauerland“, so die Kollegin Birgt Schlag vom Ortsfrauenausschuß. Gemeinsam war sie mit der Gewerkschaftssekretärin Jennifer Schmidt in den hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg angereist.

Zusammen mit rund 200 Delegierten forderte die Delegierte der IG Metall Gevelsberg-Hattingen in Willingen ein Gesetz zur Familienarbeitszeit und Arbeitszeiten, die die verschiedenen Lebensphasen der Beschäftigten berücksichtigt. Es seien neue Arbeitszeitmodelle gefragt, die jederzeit an die jeweilige Lebensphase von Männern und Frauen verkürzt und angepasst werden können.

„Wir werden alles daran setzen, das Thema Vereinbarkeit in unseren Tarifverhandlungen zu verankern“, kündigte der erste Vorsitzende Detlef Wetzel auf der Konferenz an. Es sei „ein Skandal, dass wir es im Jahr 2015 immer noch mit Diskriminierung beim Entgelt zu tun haben“, erklärte Wetzel und forderte, das versprochene Entgeltgleichheitsgesetz müsse endlich kommen. Die IG Metall-Frauen werden mit ihrer Initiative „Auf geht’s – Faires Entgelt für Frauen“ weiter Druck ausüben.

Foto 2_Frauenkonferenz_Jenny + Birgit

An den drei Konferenztagen im Hotel Sauerland Stern bearbeiteten wir, so Brigit Schlag über 40 Anträge – u.a. zu den Themen Digitalisierung in Produktion und Büro also Industrie 4.0, das geplante Freihandelsabkommen TTIP mit den USA und das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer. Das geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall, Christiane Benner, plädierte vor den Delegierten für eine humanere Flüchtlingspolitik.

Beeindruckend waren die Schilderungen über die lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen pakistanischer Näherinnen, so die Kollegin Birgit Schlag von Pintsch Tiefenbach in Sprockhövel. Die Generalsekretärin der Gewerkschaft für Heimarbeiterinnen Pakistans, Zehra Khan, berichtete wie die Frauen zuhause schuften und für Subunternehmer Textilien zu Cent-Beträgen an alten Nähmaschinen zusammen nähen. Die Löhne seien sehr niedrig. Ein Arbeitstag betrage in der Regel 12 bis 14 Stunden. Die Frauen seien weder kranken- noch rentenversichert.

Während der Konferenz gab es an den Info-Ständen der IG Metall Bezirke interessante Angebote und ein tolles Rahmenprogramm mit motivierenden Rhythmen von „Drumcafe“ und kabarettistischen Einlagen von Marlies Blume, fasst Birgit Schlag ihre positiven Eindrücke zusammen.

Die Delegiertinnen hätten in Willingen selbstbewusst festgestellt, dass die Metallerinnen in den vergangenen Jahren einiges auf den Weg gebracht haben. Für die Zukunft gelte: Frauen und Männer müssen die Schwerpunkte Entgeltgerechtigkeit, Entwicklungsmöglichkeiten von Frauen und Vereinbarkeit von Arbeit und Leben im Betrieb und der Gesellschaft gemeinsam angehen und zusammen vorantreiben.

Foto 1: IG Metall-Frauenkonferenz: Unser Jahr hat 365 Frauentage!
Foto 2: Jennifer Schmidt und Birgit Schlag auf der Frauenkonferenz Beide Fotos: Privat

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