Bader: „Es lohnt sich immer zu kämpfen!“

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Delegiertenversammlung im IG Metall Bildungszentrum

Sprockhövel: Jetzt ist es offiziell: Der IG Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel wird im Herbst nicht wieder kandidieren. Für das Amt des Vorsitzenden soll der bisherige 2. Vorsitzende Jörg Hofmann, der zuvor IGM-Bezirksleiter in Baden-Württemberg war, antreten. „Mit Christiane Benner wird zum ersten Mal in der Geschichte der IG Metall eine Frau als 2. Vorsitzende vorgeschlagen“, berichtete die IG Metall-Bevollmächtigte Clarissa Bader den Mitgliedern der Delegiertenversammlung.

Bevor Clarissa Bader in ihrem Tätigkeitsbericht auf die aktuellen betrieblichen Konflikte einging, stellte sich die neue Gewerkschaftssekretärin Jeannette Hentschel vor, die wie es sich für eine engagierte Metallerin gehört, am 1. Mai ihre Tätigkeit in der IGM Verwaltungsstelle Gevelsberg-Hattingen aufnahm. (Zu ihrem gewerkschaftlichen Werdegang – siehe den Bericht „Vom Harz ins Ruhrgebiet“ auf dieser Seite). Kollegin Hentschel wird sich künftig neben der Betreuung von Betrieben vor allem um die Erschließungsarbeit, d.h. die Neugründung von Betriebsräten, den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie die Bildungsarbeit kümmern. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit euch“, rief sie den ehrenamtlichen Funktionären im IG Metall Bildungszentrum zu, die sie mit herzlichem Beifall aufnahmen.

Gewerkschaftssekretärin Jennifer Schmidt berichtete in Sprockhövel schlaglichtartig von den Personengruppenkonferenzen der Angestellten-, der Frauen- und der Jugend, die in den letzten Wochen im sauerländischen Willingen stattfanden. „Es waren gelungene Auftaktkonferenzen im Vorfeld des Gewerkschaftstages“, so die Einschätzung von Jennifer Schmidt, die sie mit den Delegierten der Verwaltungsstelle Inken Völling (Angestellte), Birgit Schlag (Frauen) und Robin Lautenbach (Jugend) teilt. Es sei zu wünschen, so die Hauptamtliche, dass die Debatten auf dem Kongress in Frankfurt, um die die künftigen Schwerpunkte und politischen Ziele genauso lebendig geführt werden.

In der Berichterstattung der 1. Bevollmächtigten kristallisierte sich heraus, dass die Arbeitgeber „an allen Ecken im Bereich der Verwaltungsstelle zündeln.“ „Bei den sogenannten strategischen Entscheidungen in Firmen mit ausländischen Anteilseignern steht der „Profit der Aktionäre und nicht der Mensch im Mittelpunkt“, so Bader: „Das gilt für die Gesenkschmiede Jeco in Gevelsberg ebenso, wie für Avery Dennison in Sprockhövel.“ In beiden Fällen sei am grünen Tisch in Spanien bzw. in den USA die Schließung beschlossen worden. Die Betriebsräte hätten jeweils mit Unterstützung der IG Metall die arbeitsnehmernahe Beratungsgesellschaft PCG eingeschaltet, um Alternativen zu erarbeiten. „Denn es lohnt sich immer zu kämpfen“, sagte Kollegin Bader unter Beifall.

Die Betriebsratsgremien bei CDP Bahrat Forge und GHV (beide Ennepetal) sowie Hauhinco und Faulenbach/Fichthorn (beide Sprockhövel) müssten sich mit Forderungen nach abweichenden tariflichen Regelungen, also Einschnitten in tarifliche Leistungen bzw. mit Personalabbauplänen rumschlagen. Bader: „Die Folgen von zum Teil jahrelangen Missmanagement der Geschäftsführungen sollen auf die Beschäftigten abgewälzt werden.“ Die Liste der „Hiobsbotschaften“ schloss mit dem Hinweis, dass die Firma Hawiko in Schwelm Insolvenz angemeldet habe. Positiv konnte die Bevollmächtigte verkünden, dass die Fa. Quint in Hattingen auf einem guten Weg sei, „einen Haus-Tarifvertrag abzuschließen.“ Es wird noch eine Verhandlung geben, danach entscheiden die IG Metall Mitglieder in der nächsten Woche darüber.

Foto DV 2

Die Delegierten wählten in der Versammlung Kollegin Anke Bleicker, stellv. Betriebsratsvorsitzende der Firma Burg in Volmarstein neu in den Ortsvorstand. Sie folgt auf Birgit Schlag von PINTSCH Tiefenbach, die aus persönlichen Gründen die Funktion niedergelegt hat. Clarissa Bader dankte ihr für ihre aktive Mitarbeit und sagte: „Wir verlieren dich ja nicht, denn du arbeitest weiterhin in der Delegiertenversammlung und im Frauenausschuss mit.“

In der Aussprache nahmen Jakobus Fröhlich und Werner Engelhardt zu den Arbeitskämpfen der Erzieherinnen, der Eisenbahner und der Postler sowie zu den betrieblichen Auseinandersetzun-gen Stellung. Sie wiesen darauf hin, wie wichtig in solchen Auseinandersetzzungen die gewerkschaftliche Solidarität ist. Jacobus bat darum, die Petition für einen „humanitären Korridor zur kurdischen Stadt Kobanê zu unterstützen. Damit soll auf die türkische Regierung eingewirkt werden, damit sie einlenkt und einen freien Zugang nach Kobanê und Rojava ermöglicht.

Foto 1: Delegierte bei den Beratungen in Sprockhövel – Foto: IGM GH
Foto 2: IGM-Bevollmächtigte Clarissa Bader, Ortsvorstandsmitglied Anke Bleicker und Michael Skasa, Betriebsratsvorsitzender der Firma Burg (v.l.n.r) –  Foto: IGM GH

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