Clarissa Bader weiter an der Spitze

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Metall-Tarifrunde: „Zeichen stehen auf Sturm!“

Sprockhövel. Die Delegierten wählten Clarissa Bader und Damianos Koukoudeas erneut für vier Jahre an die Spitze der IG Metall. Die wiedergewählte Erste Bevollmächtigte erhielt 95 Prozent der insgesamt 64 Stimmen. Damianos Koukoudeas, Betriebsratsvorsitzender der Firma Hesterberg in Ennepetal brachte es auf 86 Prozent. Clarissa Bader wertete das Ergebnis als „klaren Vertrauensbeweis und Auftrag für die kommenden vier Jahre“.

Darüber hinaus wurden 13 ehrenamtliche Beisitzer/-innen in den Ortsvorstand der Geschäftsstelle gewählt: Binali Ateser (ThyssenKrupp Bilstein), Islah Asim (Altenloh, Brinck & Co.), Anke Bleicker (Burg F.W. Lüling), Sadi Demir (Dieckerhoff Guss), Christina Flügge (IG Metall Bildungszentrum), Rüdiger Gähner (Carp + Hones Guss), Willi Herold (Köppern), Jörg Kannapin (Dorma), Udo Kuhlmann (Bahrat Forge CDP), Claus Möller (Stüwe), Jörg Porwollik (Paul Pleiger), Markus Reiniger (Dorma) und Gerd Starosta (O&K Antriebstechnik GmbH).

 

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Bilanz vier ereignisreicher Jahre

Den Delegierten lag ein umfangreicher schriftlicher Geschäftsbericht vor, in dem die zurückliegenden vier Jahre bilanziert werden. Die Berichterstattung und die Debatte im IG Metall Bildungszentrum Sprockhövel bestimmten die Themen „Kämpfe um den Erhalt der Arbeitsplätze“, der von Bundesfinanzminister vorgeschlagene „Rentenbeginn mit 70“ und die aktuelle Tarifbewegung. Auch wenn durch den fortschreitenden Strukturwandel Arbeitsplätze verloren gegangen seien, so Clarissa Bader könne insgesamt eine positive Bilanz der vierjährigen Amtsperiode gezogen werden.

In den Kämpfen wie bei der Gesenkschmiede Jeco (Gevelsberg), der Textil-Etikettenfirma Avery Dennison (Sprockhövel) und der Metallfirma Qint (Hattingen) wurde erneut deutlich, „dass der Profit und nicht der Mensch im Mittelpunkt steht.“ Qualifizierte Vorschläge der Beschäftigten zum Standorterhalt scheiterten oftmals an der „Unfähigkeit der Manager“. Um die Sicherung von Arbeitsplätzen sei es auch bei Bharat Forge CDP, ABC in Ennepetal, Hauhinco in Sprockhövel und OHE Mining in Hattingen gegangen. Dagegen hätte sich die jahrelange hartnäckige Arbeit des Betriebsrates der O&K Antriebstechnik und der IG Metall positiv ausgezahlt. Anfang des Jahres wurde der Umzug des Betriebes auf ein eigenes Werksgelände in Hattingen vollzogen.

Bader: „Die Arbeit der Betriebsräte und Vertrauensleute in den Betrieben hat sich zu einer wichtigen Säule der betrieblichen Gewerkschaftsarbeit entwickelt“. Ein gutes Beispiel sei Burg Lüling, wo es gelungen sei, die Tarifbindung für die Beschäftigten wieder herzustellen.

Die IG Metall-Bevollmächtigte hob insbesondere das aktive Engagement der Jugendlichen bei der Kampagne „modern. bilden“ hervor, in der es vorrangig um die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes gehe.

„Unsägliche“ Rentenpläne

Auf entschiedenen Protest der IG MetallerInnen stießen die „unsäglichen Rentenpläne“ von Wolfgang Schäuble bei den Delegierten, der einen Rentenbeginn mit 70 vorschlug. „Statt steigender Altersgrenzen muss der Sinkflug des Rentenniveaus gestoppt werden“, erklärte Clarissa Bader: „Wir brauchen eine Rente von der man im Alter mit Würde leben kann.“ Wolfgang Lange wies daraufhin, dass ein höheres Renteneintrittsalter automatisch zu noch mehr Armut im Alter führe. „Jede Anhebung der Regelaltersgrenze ist de facto eine verdeckte Rentenkürzung“, kritisierte Jacobus Fröhlich. Und Dieter Breit wies daraufhin, dass die Rentenpolitik der Bundesregierung schon jetzt für die Jüngeren bedeute, trotz sinkendem Rentenniveau länger zu arbeiten. Es wurde begrüßt, dass der DGB im Sommer eine Kampagne zur Rente startet.

Metalltarifrunde: Zeichen stehen auf Sturm

„Die Kombination aus kämpfen und Kompetenz ist unsere Stärke“, betonte die IG Metall-Bevollmächtigte. Dies zeige sich in den letzten Jahren an den „guten Tarifabschlüssen“. Dass in der aktuellen Metalltarifrunde „die Zeichen auf Sturm stehen“ liege allein „an dem provokativen Angebot von 0,9 Prozent plus einer Einmalzahlung von 0,3 Prozent für zwölf Monate“ der Metallarbeitgeber. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Einkommen. Die Beschäftigten in den Betrieben sind stinksauer, so der Tenor in der Aussprache der betrieblichen Delegierten: Wenn sich die Arbeitgeber nicht bewegen würden, finden nach Ende der Friedenspflicht am 28. April auch im Ennepe-Ruhr-Kreis massive Warnstreiks statt.

Foto 1: Die Delegierten vorm IG Metall-Bildungszentrum Sprockhövel
Foto 2: Die wiedergewählte IG Metall-Spitze: Clarissa Bader und Damianos Koukoudeas Fotos: IGM GH