Gegen Ungerechtigkeit muss man sich wehren!

Gegen Ungerechtigkeit muss man sich wehren!

Asim Islah: ABC-Betriebsratsvorsitzender und Mitglied im Ortsvorstand

Nach ihrer Wahl im Frühjahr 2014 verblieb den neu- und wiedergewählten Betriebsratsmitgliedern der ABC Gruppe in Ennepetal kaum Zeit „Luft zu holen“. „Die Geschäftsführung konfrontierte uns mit der Planung das bisher eigene Logistik-Lager „Vollmann“ in eine eigenständige „Logistik GmbH“ nach Unna auszulagern“, so der Vorsitzende Asim Islah und fügt hinzu: „Wir konnten die Ausgliederung zwar nicht verhindern, doch mit Unterstützung der IG Metall ist es uns gelungen, gute Regelungen für die Betroffenen zu vereinbaren.“

„Doch schon steht uns das nächste Problem ins Haus“, sagt das Mitglied des Ortsvorstandes der IG Metall Gevelsberg-Hattingen. Die Anteilseigner wollen die bisher verbundenen Firmen „Umformungstechnik“ und „Verbindungstechnik“ der ABC-Gruppe zu rechtlichen selbstständigen GmbH´s umwandeln. Dem engagierten Gewerkschafter ist auch vor dieser Aufgabe nicht bange, denn er hat eine „gute Truppe“ von Interessenvertretern hinter sich. „Wir sind zu einem guten Team zusammengewachsen“, meint Asim: Besonders die Zusammenarbeit mit seinem Stellvertreter Thomas Staar funktioniere reibungslos.

Es war im Jahr 1976 als Asim Islah im Krankenhaus in Hagen-Haspe geboren wurde. Sein Vater kam als „Gastarbeiter“ aus Izmir an der türkischen Ägäis-Küste ins Bergische Land. Asim wuchs in Ennepetal auf. Ging hier zur Schule. Begeisterte sich wie viele Jugendliche in seinem Alter fürs Fußballspielen, aber auch für den koreanischen Kampfsport „Tae-Kwon-Do“. „Na, ein Rabauke war ich damals schon“, sagt er schmunzelnd.

Der Einstieg ins Arbeitsleben begann 1993 bei der Firma Altenloh, Brinck & Co. (ABC) in Ennepetal. Seine Ausbildung zum Industriemechaniker schloss er nach dreieinhalb Jahren erfolgreich ab. Die Gespräche mit seinem Vater, der selbst Betriebsratsmitglied in der Gevelsberger Gesenkschmiede Hünninghaus war, trugen mit dazu bei, dass Asim als Jugend- und Auszubildendenvertreter kandidierte, gewählt wurde und schließlich den Vorsitz übernahm. „Und“, so der Gewerkschafter, „man kann nicht immer andere alles für sich machen lassen, man muss schon selbst aktiv werden.“

Kollege Islah wurde nach der Ausbildung bei ABC übernommen, aber nicht in seinem erlernten Beruf, sondern als Werker in der Presserei. Nach zwei Jahren wechselte er als Lagerarbeiter zum Speditionsunternehmen Locton, übernahm dort später eine Vorarbeiter-Funktion. Sein ausgeprägtes Gefühl, dass „man sich gegen Ungerechtigkeiten in der Arbeitswelt wehren“ und „den Schwächeren helfen“ muss, waren für ihn Anlass zum Betriebsrat zu kandidieren. Später vertrat er die Beschäftigten der Logistik-Firma auch im Konzernbetriebsrat.

Zwischenzeitlich hat der IG Metaller bei ABC wieder 10-jähriges Arbeitsjubiläum. Denn 2005 nahm Asim in der Presserei die Arbeit wieder auf. Es sollte weitere fünf Jahre dauern bis er endlich in seinem erlernten Beruf in der „Umformtechnik“ -Schlosserei am Gevelsberger Standort tätig werden konnte. Zwischenzeitlich von der Gewerkschaft ver.di zur IG Metall gewechselt, wurde er bei der Betriebsratswahl 2010 erst als Ersatz-Mitglied gewählt, zwei Jahre zog er direkt in das 13-köpfige Gremium ein und wurde freigestelltes Betriebsratsmitglied. Inzwischen hat Asim Islah die Funktion, das Amt des Betriebsratsvorsitzenden übernommen. Die Delegierten der IG Metall Gevelsberg-Hattingen wählten ihn Ende 2014 in den Ortsvorstand.

Angesprochen darauf, warum er sich in der IG Metall engagiert, kommt ohne zu zögern die Antwort: „Allein kannst du nur schwer gegenüber dem Arbeitgeber etwas durchsetzen. Gemeinsam geht’s schon besser und mit Rückendeckung der Gewerkschaft noch besser.“ Diese Erfahrung hätten sie nicht zuletzt bei den Verhandlungen über den Interessenausgleich zur Absicherung der Beschäftigten beim Outsourcen des „Vollmann“-Lagers gemacht. „Auch bei den anstehenden Verhandlungen zum Thema „Betriebsaufspaltung“ setzen wir auf die Kompetenz unserer Bevollmächtigten“, so Asim.

Den täglichen Stress versucht der Metaller, beim Fußball spielen und beim Pfeile werfen auf die Dartscheibe abzubauen. Rückhalt findet er zu Hause bei seiner Frau Emre und seinen beiden Kindern. Und seinen Emotionen kann er besonders freien Lauf lassen, wenn sein Fußballverein Galatasaray Istanbul gewinnt.


Foto: Betriebsratsvorsitzender Asim Islah (3.v.l.) mit seinen Kolleginnen Sofia Eleftheriadou, Evi Korpilla und Thomas Staar (v.l.n.r.)  Foto: IGM-GH

 

 

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