GHV-Kollegen wissen, um ihre Rechte!

GHV-Kollegen wissen, um ihre Rechte!

Schmiede im Haspertal: Betriebliche Tarifkommission gebildet

Ennepetal – Die Geschichte der Gesenkschmiede in Ennepetal ist nicht ohne Turbulenzen: Da sind Insolvenzen und Wechsel der Eigentümer. So kaufte erst vor gut einem Jahr die indische Amtec Group, die weltweit Schmieden und Gießereien betreibt, die Scholz Edelstahl GmbH (SES) im schwäbischen Essingen und übernahm somit die Produktionsstätten BEW-Umformtechnik in Essingen und GHV-Umformtechnik in Ennepetal.

Immer wieder kommen neue Geschäftsführer im Hasperbachtal an´s Ruder, die meinen, das Rad neu erfinden zu müssen. Ehrgeizige Ziele werden den Beschäftigten in Betriebsversammlungen verkündet. Doch deren Umsetzung lassen dann auf sich warten. Produkte werden nicht weiter entwickelt, notwendige Investitionen nicht getätigt. Neue Märkte und Kunden nicht erschlossen. Dass dennoch nach wie vor unterhalb der Hasper Talsperre Qualitätsprodukte geschmiedet werden, ist letztlich den Beschäftigten zu verdanken. Doch dies alles interessiert Konzernmanager nicht, die weit entfernt im indischen Mumbai sitzen, sich nur ihren Aktionäre verpflichtet fühlen und nicht den arbeitenden Menschen.

Auf der Website der GHV Umformtechnik wird mit der Qualität der Beschäftigten geworben: „Jeder denkt mit. Jeder sagt seine Meinung und macht bei Bedarf Verbesserungsvorschläge, die dem Produkt und somit dem Kunden und der GHV zugutekommen.“ Über lange Jahre hätte sich so ein qualifizierter Personalstamm entwickelt, der das Wissen und die Fähigkeiten vieler Spezialisten in sich vereine.

„12-Punkte-Papier auf den Tisch geknallt“
„Diesen qualifizierten Spezialisten bzw. deren Betriebsratsmitgliedern knallte Geschäftsführer Günter Keppler nun ein „12-Punkte-Papier“ auf den Tisch“, so Gewerkschaftssekretär Sven Berg. Das Papier reihe sich ein in die zunehmenden Versuche hiesiger Geschäftsführer den Beschäftigten „Belegschaftsbeiträge abzupressen“. So wird nicht nur die Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden, sondern auch der Wegfall von Urlaubs- und Weihnachtsgeld gefordert. Schließlich soll nach weiteren Maßnahmen auch der Werkzeugbau geschlossen werden, um den Standort zu restrukturieren.

Und natürlich durfte die Drohung, „wenn ihr nicht wollt, dann wird das Werk in Ennepetal geschlossen“ nicht fehlen. Doch die Betriebsratsmitglieder ließen sich davon nicht beeindrucken. Der Vorsitzende Olaf Scheld verwies den GHV-Geschäftsführer an die IG Metall Gevelsberg-Hattingen, da „die Forderungen in bestehende Tarifverträge eingreifen“ würden. Darüber könne nicht der Betriebsrat, sondern nur die zuständige Gewerkschaft verhandeln.

GHV’ler wissen, um ihre Rechte
Sven Berg bestätigt, dass inzwischen in einer guten besuchten IGM-Mitgliederversammlung eine 15-köpfige Tarifkommission gewählt wurde, die die anstehenden Verhandlungen begleiten wird. Vor ihnen liegt kein einfacher Weg, Doch die GHV’ler in der Schmiede am Talsperrenweg sind sich nicht nur ihrer Qualifikation bewusst, sondern wissen auch um ihre Rechte. Das haben sie in schon mehrmals bewiesen.

 

Foto: GHV-Kollegen beim Warnstreik in der Tarifrunde 2015 Foto: IGM GH-Archiv

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