Jeco-Kollegen „Wir werden um unsere Arbeitsplätze kämpfen“

Jeco-Kollegen „Wir werden um unsere Arbeitsplätze kämpfen“

Gevelsberg: Geschäftsführung setzt Desinformationspolitik fort

Seit die Jeco-Geschäftsführung den Kahlschlag in Gevelsberg verkündete, fragen sich die betroffenen Beschäftigten sorgenvoll: „Wie geht es weiter? Wie sieht unsere und die Zukunft unserer Familien aus?“ Das sind berechtigte Fragen. Doch was treibt den Geschäftsführer Burkard Rausch um? Die Sorge über „die einseitige Berichterstattung in der Presse“ über den Beschluss des Aufsichtsrates der Mahrindra CIE, so sein Lamento in einer Zusammenkunft mit dem Betriebsrat und der IG Metall Anfang der Woche.

Stattdessen setzte die Geschäftsführung ihre gesetzwidrige „Nicht“- Informationspolitik gegenüber den Interessenvertretern fort. Erst wurde der Betriebsrat hintergangen: Die vom Gesetzgeber vorgeschriebene umfassende und rechtzeitige Information über Betriebsänderungen (§ 111 BetrVG) erfolgte nicht. Geschweige denn, dass schriftliche Unterlagen ausgehändigt wurden. Jetzt hatten die Verantwortlichen Hinweise über die weitere Vorgehensweise, z.B. einen Zeitplan angekündigt. Wieder kam nur heiße Luft.

Dies berichteten der Betriebsratsvorsitzende Michael Jaenecke und IGM-Gewerkschaftssekretär Sven Berg am Dienstag (10.03.) den KollegInnen in Abteilungsversammlungen auf allen drei Schichten. Die beiden Gewerkschafter informierten darüber, dass auf einer Klausurtagung mit der arbeitnehmernahen Beratungsgesellschaft Project Consult (PCG) aus Essen die weitere Vorgehensweise in der kommenden Woche beraten und festgelegt werden soll. Das Ziel ist, konzeptionelle Alternativen zur phantasielosen Kahlschlagpolitik der Arbeitgeberseite auszuarbeiten. Dabei sollen die Beschäftigten einbezogen werden.

Sven Berg machte klar, dass Verhandlungen über einen Interessenausgleich erst aufgenommen werden können, wenn der Betriebsrat über alle Unterlagen verfügt, die zu dem Stilllegungsbeschluss geführt haben bzw. die für ein alternatives Konzept notwendig sind. Wichtig sei jetzt, dass alle darauf achten, „dass ab sofort kein Werkzeug und keine Maschine an andere Standorte verlagert werden.“ Der Wink mit dem „Zaunpfahl“ bzw. die Andeutung einer eventuellen „einstweiligen Verfügung,“ wenn weitere Maschinen verlagert würden, führte im Gespräch mit der Geschäftsführung dazu, dass diese die entsprechenden Hinweise an die Vorgesetzten weiterleiteten.

In den Versammlungen wurde klar: Die Beschäftigten stehen hinter ihrem Betriebsrat. Sie werden um ihre Arbeitsplätze kämpfen. Zum ersten Mal wollen sie dies während der Sitzung des Rates der Stadt Gevelsberg am Donnerstag, 12. März um 17.00 Uhr öffentlich machen.

Abteilungsversammlung bei Jeco: Kollegen hören aufmerksam zu  Foto: IGM-GH

ÄHNLICHE ARTIKEL