„Jeco-KollegInnen können auf unsere Unterstützung zählen!“

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Betriebliche Konflikte prägen Delegiertenversammlung

Betriebliche Konflikte standen im Mittelpunkt des Tätigkeitsberichts des Ortsvorstandes. Bei CDP in Ennepetal ist der Betriebsrat mit der Forderung „Investitionen nur bei einem Arbeitnehmerbetrag“ konfrontiert. Mit Arbeitsplatzabbau-Plänen müssen sich die Interessenvertretungen bei Hauhinco in Sprockhövel und ABC in Ennepetal rumschlagen. „Die Forderungen der Arbeitgeberseite werden immer unverschämter“, sagte die IG Metall-Bevollmächtigte Clarissa Bader im IG Metall-Bildungszentrum Sprockhövel. Eine absolute Willkürmaßnahme sei die „Nacht- und Nebelaktion“ bei der Jeco Schmiedetechnik in Gevelsberg. Kaltschnäuzig habe der Geschäftsführer den Stilllegungsbeschluss des Aufsichtsrates der Mahindra Forging CIE verkündet. Seine einzige Sorge sei die „weitere gute und qualitative Belieferung der Kunden“ gewesen.

Der Jeco-Betriebsratsvorsitzende Michael Jaenecke schilderte eindrucksvoll die Sorgen seiner KollegInnen und ihrer Familien vor „einer ungewissen Zukunft.“ „Hinter unserem Rücken wurde die Verlagerung von Maschinen an andere Standorte des Unternehmens betrieben, notwendige Informationen wurden uns verweigert, schließlich wurde uns die Entscheidung des indisch-spanischen Konzerns vor den Kopf geknallt“, so Kollege Jaenecke. Gemeinsam mit der Ersten Bevollmächtigten berichtete er über die bisherigen Aktivitäten der Belegschaft und die weitere Vorgehensweise zur Erarbeitung von Alternativen.

Die Delegierten beließen es nicht nur bei starkem Beifall, um ihre Solidarität mit den Betroffenen auszudrücken. Gerd Starosta, Betriebsratsvorsitzender von O&K Antriebstechnik in Hattingen, unterstrich an ihrem Beispiel (2009), dass sich der Kampf um Alternativen zum Erhalt des Standortes lohnt. An Michael gewandt, sagte er: „Euer Motto lautet ‚Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpf hat schon verloren‘, sagt Bescheid, wenn ihr uns braucht, wir unterstützen euch!“

Foto 2_DV_OV_Soli Jeco Solidarität der Mitglieder des Ortsvorstandes mit Jeco-Beschäftigten

Die gerade abgeschlossene Tarifrunde in der Metallindustrie war ein weiterer Schwerpunkt in der Berichterstattung. Mit 3,4 Prozent mehr Geld ab 1. April, einer neuen und verbesserten Altersteilzeitregelung und dem Einstieg in eine geförderte Bildungsteilzeit habe die IG Metall einen akzeptablen Kompromiss erzielen können. Angesichts der geringen Inflationsrate dürften sich die Metaller auf eine spürbare reale Lohnerhöhung freuen. „Wenn die Arbeitgeber mit dem Abschluss hadern, dann haben wir ja wohl alles richtig gemacht“, erklärte Clarissa Bader und dankte den Funktionären: „Hätten die Arbeitgeber auch in unserer Region nicht die starke Beteiligung an den Warnstreiks gespürt, wäre dieses Verhandlungsergebnis nicht zu Stande gekommen.“

Unter dem Motto „Gute Arbeit. Gutes Leben“ veranstaltet die IG Metall ihren 23. Ordentlichen Gewerkschaftstag. Vom 18. bis 24. Oktober diskutieren und entscheiden rund 500 Delegierte, welche Aufgaben die IG Metall in den kommenden vier Jahren und mit welchen KollegInnen an ihrer Spitze angehen soll. In der Delegiertenversammlung wurden Birgit Schlag, Ortsvorstandsmitglied, beschäftigt bei PINTSCH-Tiefenbach Sprockhövel, Udo Kuhlmann, Betriebsvorsitzender CDP Bahrat Forge Ennepetal und Clarissa Bader gewählt. Sie vertreten die Mitglieder der IG Metall Gevelsberg-Hattingen auf dem Kongress in Frankfurt.

Foto3 _DV_Delegierte GT IGM Gewählte Delegierte – Clarissa Bader, Udo Kuhlmann und Birgit Schlag (v.l.nr.)

Mit in ihrem Gepäck haben die drei Delegierten u.a. drei beschlossene Anträge. So wird zum Thema „Bildungsarbeit“ gefordert, dass der „gesellschaftspolitische Bereich der gewerkschaftlichen Bildung gestärkt“ und nicht zu Lasten fachspezifischer Seminare eingeschränkt wird. Die Teilhabe „von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an der dualen Ausbildung“ müsse verstärkt gefördert werden, heißt es in einem weiteren Antrag. Schließlich positionierten sich die betrieblichen Funktionäre zum Thema „Für Frieden und gegen Waffenexporte, für Abrüstung und Rüstungskonversion.“ Sie erwarten, dass die IG Metall u.a. „für ein gesetzliches Verbot von Rüstungsexporten in Krisenregionen“ eintritt und eine „aktive und steuernde Rolle“ beim Thema Rüstungskonversion einnimmt. An der Debatte beteiligten sich die Kollegen Jacobus Fröhlich, Rudi Kamulski, Karl-Heinz Stich, Wolfgang Krieger und Willi Ebbinghaus

Die Erste Bevollmächtigte ging abschließend auf den Kampagnen-Journalismus gegen die neue linke Regierung in Griechenland ein. Mit Parolen und Bildern werde opportunistische Hetze insbesondere von der BILD-Zeitung gegen unsere Arbeitnehmer- und Rentner-Kollegen in diesem Land betrieben. „Es wird immer klarer, dass es beim Ringen zwischen der Athener Linksregierung und den anderen Euro-Staaten nicht wirklich ums Geld geht“, so Bader. Sie wollen, dass die Syriza bei den Brüsseler Bürokraten zu Kreuze kriechen, auf Alternativen zur Sparpolitik verzichten und die humanitäre Katastrophe, unter denen die Menschen leiden, nicht bekämpfen.

Gegen diese „Verdummungspolitik“ müssten die Gewerkschaften, beginnend am 1. Mai und danach, auf „breite Aufklärung setzen.“ Es sei längst überfällig, dass die Menschen in Deutschland und Europa endlich wieder politische Alternativen sehen würden. „In dem wir das griechische Volk unterstützen, streiten wir für einen politischen Kurswechsel im Interesse der deutschen ArbeitnehmerInnen“, erklärte die Erste Bevollmächtigte.

Bild 1: Michael Jaenecke spricht zu den Delegierten
Bild 2
Solidarität der Mitglieder des Ortsvorstandes mit Jeco-Beschäftigten
Bild 3:
Gewählte Delegierte – Clarissa Bader, Udo Kuhlmann und Birgit Schlag (v.l.n.r.) Fotos: IGM-GH

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