Jung, kritisch, laut und stark!

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1997

Jugendkonferenz der IG Metall: „Unsere Vision - unsere Zukunft“

Die jungen MetallerInnen reisten nicht zum Urlaub ins Sauerland. Im Hotel Sauerland Stern wartete auf die 256 Delegierten aus dem gesamten Bundesgebiet eine Menge Arbeit. Die VertreterInnen von 230.000 jungen Gewerkschaftern beleuchteten kritisch die bisherige Arbeit und formulierten für die kommenden vier Jahre neue Ziele. Unter ihnen der Jugend- und Auszubildendenvertreter Robin Libuda von der O&K Antriebstechnik (Hattingen). Gemeinsam mit der Gewerkschaftssekretärin Jennifer Schmidt vertrat er aktiv die Interessen der jungen Beschäftigten der IG Metall Verwaltungsstelle Gevelsberg-Hattingen in Willingen.

Die IG Metall hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie die Kraft hat, die Interessen ihrer jungen Mitglieder auch durchzusetzen. Gemeinsam wurde die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung und der Einstieg in die Bildungsteilzeit erreicht. „Das sind für unsere Jugendlichen wichtige Themen“, so Jennifer Schmidt. Doch viele Unternehmen würden wegen der wirtschaftlichen Lage die ausgelernten Facharbeiter nur für ein Jahr übernehmen. Schmidt: „Das ist meist nur ein vorgeschobener Grund.“ Deshalb müsse der Tarifvertrag mit der unbefristeten Übernahme mit Leben gefüllt und in den Betrieben umgesetzt werden.“

Auf der Konferenz zeigte sich der IG Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel von der Mobilisierungsstärke der jungen IG Metaller beeindruckt und forderte sie auf, auch künftig für ihre Themen in die Diskussion, sogar in Konflikte zu gehen. Das taten die jungen Delegierten dann auch in der Diskussionsrunde mit dem Zweiten Vorsitzenden der IG Metall, Jörg Hofmann. Auch sie kritisierten, dass die Tarifabschlüsse zur unbefristeten Übernahme und zur Bildungsteilzeit in der Realität oft nicht umgesetzt werden: Immer noch gebe es zahlreiche Betriebe, in denen Azubis nicht oder nur befristet übernommen und die Jugend- und Auszubildendenvertretung übergangen werden. Oft kümmerten sich Betriebsräte zu wenig um die Aus- und Weiterbildung.

Heftig wurde über die Anträge debattiert, die schließlich beschlossen wurden: Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sollen langfristig überproportional steigen. Der Stopp von TTIP und Co. wird gefordert. „Ja zur Tarifeinheit – Nein zum Eingriff in das Streikrecht“, war ein weiteres Thema. Die Delegierten sprachen sich eindeutig gegen Faschismus, Rassismus und Rechtspopulismus aus. Die IG Metall Jugend soll gemeinsam mit Bündnispartnern eine Initiative gegen den aktuellen Rechtsruck in Europa starten. Zugleich stellten sie sich klar hinter die Flüchtlinge und forderten für sie mehr Teilhabe und ein Recht auf Arbeit.

Robin Libuda unser Delegierter auf der Jugendkonferenz, mischte in der Antragsdebatte mit. In seinem Diskussionsbeitrag plädierte er engagiert für die Annahme des Antrages „Frieden, Abrüstung und Rüstungskonversion.“ „Mir gefällt die Doppelmoral in unserem Land nicht. Wir stehen für Frieden, sind aber einer der größten Waffenexporteure“, sagte Libuda und warb entschieden dafür, dass die IG Metall das Thema Rüstungskonversion – Umwandlung von militärischen in zivile Produkte – in den Focus ihrer Arbeit nimmt. Die Delegierten der Jugendkonferenz stimmten für den Antrag aus unserer Verwaltungsstelle. Robin und Jenny waren zufrieden.

Das für die Jugend zuständige geschäftsführende Vorstandsmitglied, Christiane Benner, kritisierte heftig, dass fast 300.000 Jugendliche im letzten Jahr ohne Ausbildungsplatz geblieben sind. „Wir brauchen endlich wieder mehr Ausbildungsplätze statt weniger. Wir brauchen endlich mehr Betriebe, die ihr Engagement erhöhen und endlich auch Hauptschülern einen Ausbildungsplatz anbieten.“ Benner sieht vor allem die Arbeitgeber und die Politik in der Pflicht.

Foto: Robin Libuda (O&K AT), Jennifer Schmidt (Gewerkschaftssekretärin) und Burak Bilal aus Witten (v.l.n.r) Fotos: Privat

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