„Kein Grund den Fuß vom Gas zu nehmen“

„Kein Grund den Fuß vom Gas zu nehmen“

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2007

3. Tarifverhandlung Mülheim: 5.000 MetallerInnen demonstrieren

Über 5.000 Metallerinnen aus ganz NRW protestieren vor Beginn der dritten Verhandlung in Mülheim gegen das „Magersucht“-Angebot der Arbeitgeber in der laufenden Metall-Tarifrunde. Mit dabei Kolleginnen und Kollegen aus Betrieben im Bereich der Verwaltungsstelle Gevelsberg-Hattingen. Gemeinsam geht es zum Kundgebungsplatz „Das ist schon beeindruckend wieviel Menschen hier zusammen gekommen sind“, so Udo Kuhlmann, Betriebsratsvorsitzender von CDP an der Hafen-Promenade.

Im Kammermusiksaal der Stadthalle gegenüber beginnt wenig später die dritte Tarifverhandlung für die 700.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie von NRW. Die IG Metall fordert um 5,5 Prozent höhere Entgelte, die verbesserte Altersteilzeit und einen neuen Tarifvertrag zur Bildungsteilzeit. Doch auch an diesem Tag kam es zu keiner Bewegung am Verhandlungstisch. Die Arbeitgeber sahen sich außerstande ihr lächerliches Lohn-Angebot nachzubessern.

Nur bei der Forderung nach „Bildungsteilzeit“ rückten sie von ihrem kategorischen Nein ab. Doch mehr als Gesprächsbereitschaft signalisierten sie nicht. Knut Giesler, Bezirksleiter IG Metall NRW: „Das Knäuel der Lösungsstränge in Sachen Bildung ist damit noch keineswegs entwirrt. Wir haben aber vereinbart, in den kommenden Tagen an möglichen Lösungen zu arbeiten.“

Es gibt also keinen Grund zur Entwarnung. „Solange die Arbeitgeber kein vernünftiges Angebot bei Löhnen, bei der Altersteilzeit und bei der Bildungsteilzeit auf den Tisch legen, gibt es keinen Grund den Fuß vom Gas zu nehmen“, kommentiert die IGM-Bevollmächtigte Clarissa Bader den Verlauf der Mülheimer-Verhandlung.

Seit einer Woche beteiligten sich in NRW mehr als 100.000 und bundesweit 450.000 Metall-Beschäftigte an Warnstreiks und Kundgebungen der IG Metall. Die Verhandlungen in dritter Runde werden am heutigen Montag in Bayern fortgesetzt. Es folgen am Mittwoch Tarifgespräche in Baden-Württemberg und der Mittelgruppe, am Donnerstag für Norddeutschland sowie am Freitag in Niedersachsen. In diesen Bezirken werden die Warnstreiks fortgesetzt. Der Druck auf die Metallarbeitgeber wird flächendeckend aufrechterhalten.

In NRW werden die Mitglieder der Tarifkommission der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie am 18. Februar den bisherigen Stand der Tarifrunde bewerten und das weitere Vorgehen beraten. Ein Termin für die vierte NRW-Tarifverhandlung ist für die zweite Februar-Hälfte anvisiert.

In Mühlheim mit dabei Foto: IGM-GH

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