„Laut und stark“ für die Übernahme

„Laut und stark“ für die Übernahme

Nadine Schröer-Krug - neue Gewerkschaftssekretärin in Gevelsberg

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Der Countdown läuft. Nur noch wenige Tage, dann nimmt die „Neue“ ihre Tätigkeit in der Geschäftsstelle Gevelsberg auf. Nadine Schröer-Krug, eine echte „Vohwinkler Füchsin“, beginnt am 02. November als Gewerkschaftssekretärin bei der IG Metall Gevelsberg-Hattingen. Reingeschnuppert – in die Arbeit vor Ort – hat sie schon in den letzten Wochen, während ihres „Trainee-Programms“ bei der IG Metall.

„Es war sehr interessant und lehrreich“, meint Nadine: „Ich lernte viele Kolleginnen und Kollegen kennen und konnte mich mit Betriebsratsmitgliedern, Javi’s und Vertrauensleuten bekannt machen, die ich demnächst in ihrer betrieblichen Arbeit unterstützen werde.“ Sie wird die Arbeitsschwerpunkte von Kollegin Jennifer Schmidt übernehmen.

Nadine Schröer-Krug wurde 1989 in Wuppertal geboren – der Stadt von Friedrich Engels und der Schwebebahn. Sie ist eine „Vohwinkler Füchsin“, da besteht sie darauf. Der Legende nach, entstand der Name Vohwinkel aus Fuchswinkel, was erklären würde, warum im Stadtwappen des Wuppertaler Stadtteils ein Fuchs abgebildet ist. In ihrem Geburtsjahr fanden vor allem in den osteuropäischen Staaten große politische Umwälzungen statt. Mit dem Fall der „Berliner Mauer“ Im November 1989 wurde das Ende des „Kalten Krieges“ eingeleitet. Eigentlich eine gute Voraussetzung für ihre Generation, wenn es heute nicht wieder politische Kräfte geben würde, die erneut die damalige Konfrontationspolitik aufleben lassen möchten.

Trotz kurzfristiger Abstecher in ihrer Jugend ins Sauerland ist sie bis heute „ihrem“ Vohwinkel treu geblieben. Da war die Schule, aber auch die Begeisterung fürs Schlagzeug spielen und ihr fußballerischer Einsatz in der Jugendmannschaft des FSV Vohwinkel. 2007 machte Nadine ihr Fachabitur, interessierte sich für Kunst und Fotografie und arbeitete schließlich als Aushilfe bei Müllers Marionetten-Theater in Wuppertal, wo sie auch selbst „die Puppen zum Tanzen brachte“.

Es war im Jahr 2008, als Nadine Schröer-Krug bei der Kugellagerfabrik FAG Schaeffler in Wuppertal ihre dreieinhalbjährige Ausbildung als Zerspanungsmechanikerin begann. Die Wuppertaler IG Metall-Sekretärin Sabine Bauer konnte sie noch im gleichen Jahr für die IG Metall gewinnen. Die jungen FAG’lerInnen wählten sie in die Jugend- und Auszubildendenvertretung, wo sie den Vorsitz übernahm.

Nadine engagierte sich im Ortsjugendausschuss Wuppertal, wurde 2010 dessen Vorsitzende. Selbst künstlerisch interessiert, verwundert es nicht, dass sie im örtlichen Arbeitskreis „Medien“ aktiv wurde. „Das hat großen Spaß gemacht“, erzählt sie. Überhaupt sei es eine spannende Phase gewesen, insbesondere während ihrer Zeit als Vorsitzende des Bezirksjugendausschusses des IG Metall-Bezirks NRW.

Stolz erinnert sie sich an das großartige Event in 2011 – den Aktionstag der IG Metall-Jugend in Köln. Statt der erwarteten 15.000 zogen schließlich mehr als 20.000 Jugendliche vom Neumarkt durch die Kölner Altstadt zur LANXESS Arena und demonstrierten „laut und stark“ für die unbefristete Übernahme nach der Berufsausbildung. „Es war ein Höhepunkt unserer Kampagne „Operation Übernahme“ und für mich eine „Gänsehaut-Moment“, berichtet Nadine über die bundesweite Aktion der IG Metall-Jugend, die es in die Tagesschau schaffte.

Bei FAG Schaeffler war Nadine bis 2013 tätig. Bis sich das „Familienoberhaupt“ Maria-Elisabeth Schaeffler in Wuppertal von einem Teil ihrer „Familienmitglieder“ trennte oder anders ausgedrückt: Arbeitsplätze streichen ließ. Nadine schied über einen Aufhebungsvertrag aus und nutzte ab 2014 die Gelegenheit zu einem elfmonatigen „Studium“ an der „Europäischen Akademie“.  „Es war für mich eine gute Gelegenheit, Zeit zu haben, um gewerkschaftliche und gesellschaftspolitische Inhalte vertiefen zu können. KollegInnen aus anderen DGB-Gewerkschaften kennen zu lernen, mit ihnen Erfahrungen auszutauschen und letztlich Orientierung für gewerkschaftliches Handeln zu bekommen“, fasst sie ihre Zeit in Frankfurt am Main zusammen.

Daran schloss sich das 12-monatige „Trainee-Programm“ an. Während dieser Zeit durchlief sie mehrere Stationen in der IG Metall. In der IG Metall GS Gevelsberg-Hattingen habe ihr gefallen, dass die Hauptamtlichen „basisbezogen“ und „beteiligungsorientiert “arbeiten. „Ich hatte sofort das Gefühl gut aufgenommen zu werden“, sagt Nadine und fügt hinzu: „Das waren für mich einige wichtige Punkte für meine Entscheidung, im Ennepe-Ruhr-Kreis für die IG Metall tätig zu werden.“

Dass Nadine Fan der „Seattle Seahawks“- Footballer ist, die in der US-amerikanischen National Football League (NFL) spielen, ist eine gute Voraussetzung für ihre künftige Tätigkeit als Gewerkschaftssekretärin. Denn Grundgedanke dieses Mannschaftsspiels ist es, gemeinsam Raum zu gewinnen, den Gegner zurück zudrängen und Punkte zu erzielen. Oder übersetzt in die Arbeitswelt: Die Mitbestimmung in den Betrieben gemeinsam ausweiten, den Schutz für die arbeitenden Menschen erweitern, den Arbeitgebern mehr „selbstbestimmtes Arbeiten“ abtrotzen und beteiligungsorientiert tarif- und sozialpolitische Erfolge durchsetzen.

Nadine Schröer-Krug ( 2.v.l.) – die „Neue“ im Team: Clarissa Bader, Nadine Schröer-Krug, Sven Berg und Jennifer Schmidt (v.l.n.r.) – Foto: IGM GH

 

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