Letzte Warnung an die Arbeitgeber

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Ennepetal: Warnstreik der GHV‘ler

Sie sind weder käuflich, noch lassen sie sich einschüchtern. Die Beschäftigten der GHV Gesenkschmiede unterhalb der Talsperre in Ennepetal wissen um ihre Rechte. Und dazu gehört, das Grundrecht dem Aufruf ihrer Gewerkschaft zu folgen, und für eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent, eine verbesserte Altersteilzeit und eine tarifliche Bildungszeit in einen Warnstreik zu treten. In diesem Jahr zum zweiten Mal.

Versuchte der Geschäftsführer Günter Keppler in der 2012er-Tarifrunde die Beschäftigen mit einem „Tankgutschein“-Köder von der Teilnahme an den IG Metall-Aktionen abzuhalten, verteilte er nach dem Aktionstag am 03. Februar 2014 an die diejenigen Abmahnungen, die auf dem Vendomer-Platz in Gevelsberg demonstrierten. Der Kommentar dazu hängt für jeden sichtbar, der das Werksgelände betritt, im Fenster des Betriebsratsbüros: „Tankgutscheine haben es nicht gebracht, deshalb wurden Abmahnungen daraus gemacht!“

„Es gelang uns dem Geschäftsführer klarzumachen, dass die Abmahnungen rechtlich keinen Bestand haben,“ sagte der Betriebsratsvorsitzende Achim Hildebrand. Sie wurden inzwischen zurück genommen. Also standen die KollegInnen trotz kaltem Wind erneut vorm Verwaltungsgebäude im Talsperrenweg und hörten der Ersten Bevollmächtigten der IG Metall zu, die das Verhalten der Arbeitgeberseite in der Metall-Tarifrunde verurteilte: „Es ist kein Entgegenkommen sichtbar. Das Angebot von 2,2 Prozent-Lohnerhöhung ist für uns nicht hinnehmbar.“ Die MetallerInnen ließen sich mit einer solchen „Diät“ nicht abspeisen. Die umstehenden Kollegen nickten bedächtig.

Die Erhöhung der Entgelte stärke die Kaufkraft und seien damit der entscheidende Motor für mehr Wachstum und zur Stabilisierung der Wirtschaft. Bader führte aus, dass es nicht nachvollziehbar sei, dass es bei den Forderungen der IG Metall nach verbesserter Altersteilzeit und Bildungsteilzeit kaum Entgegenkommen der Arbeitgeber gebe. Bader: „Arbeitgeber müssen doch froh sein, wenn sich Beschäftigte weiter qualifizieren wollen, und wenn mit der Altersteilzeit eine vernünftige Beschäftigungsbrücke von Älteren zu Jüngeren geschaffen wird.“

Foto 2_GHV

Der Warnstreik sei eine letzte Warnung, „endlich einzulenken und ein akzeptables Angebot auf den Verhandlungstisch zu legen“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Achim Hildebrand. Wenn nicht, könnten die MetallerInnen in den Betrieben auch anders. Die Metallarbeitgeber sollten dies nicht herausfordern.

Warnstreik der GHV-Beschäftigten in Ennepetal – Fotos: IGM-GH

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