„Lohndumping durch Outsourcing“

„Lohndumping durch Outsourcing“

Ennepetal: Interessenausgleich bei ABC abgeschlossen

Im Frühjahr 2014 wurde auch bei der ABC Gruppe in Ennepetal der Betriebsrat neu gewählt. Die Gewählten hatten kaum Zeit Luft zu holen, geschweige denn sich richtig einzuarbeiten, schon wurden die Neuen im Amt mit Asim Islah als Vorsitzenden und Thomas Staar als Stellvertreter im Herbst 2014 mit Maßnahmen der Geschäftsführung zur Senkung von Kosten konfrontiert. Natürlich trifft es in solchen Fällen immer die Beschäftigten. So auch bei ABC.

Das bisher eigene Logistik-Lager „Vollmann“ wurde in eine eigenständige „Logistik GmbH“ nach Unna outgesourct. Das Ziel war klar, die in dieser GmbH Beschäftigten sollen nicht mehr nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie, sondern nach den niedrigeren Tarifen des Speditions- und Logistikgewerbes entlohnt werden. Eine Methode des „Lohn-Dumpings“ die nicht nur im Metallbereich zunehmend zu Lasten der Beschäftigten angewandt wird.

Der ABC- Betriebsrat stieg mit Unterstützung der IGM-Bevollmächtigten Clarissa Bader, des Rechtsanwalts Lutz Ellinghaus und mit den Vertretern des Unternehmens in Verhandlungen ein. Ziel war der Abschluss eines Interessenausgleiches. Nach zähen Verhandlungen stand fest, dass fast alle bis dato unbefristeten Beschäftigten des „Vollmann-Lagers“ auf Arbeitsplätze bei der Umform- und Verbindungstechnik versetzt werden. Damit unterliegen sie weiterhin der Tarifbindung der M+E-Industrie.

Den bisher „befristet“ Beschäftigten werden, so das Verhandlungsergebnis, in der neuen Logistik GmbH, die am 01. März 2015 an den Start geht, unbefristete Arbeitsverträge angeboten. Um den Verlust zwischen den beiden Tarifniveaus auszugleichen, bekommen die Betroffenen eine tarifdynamische Zulage. „Nachdem wir den Vorgang der Ausgliederung nicht verhindern konnten, ist das Ergebnis das Beste, was wir rausholen konnten,“ schätzt Clarissa Bader ein.

ABC-Verwaltungsgebäude in Ennepetal Foto: Frank Vincentz

ÄHNLICHE ARTIKEL