„Schuss vor den Bug“

„Schuss vor den Bug“

Gevelsberg: Jeco-Geschäftsführung lenkt ein

Hinter dem Rücken des Betriebsrates betrieb die Geschäftsführung der Firma der Jeco-Jellinghaus GmbH in Gevelsberg die Auslagerung von Schmiedegesenken an andere Konzern-Standorte. Um vollendete Tatsachen zu verhindern, beispielsweise durch leerziehen des Betriebes vor Abschluss eines Interessenausgleiches, beantragte der Betriebsrat eine „Einstweilige Verfügung“ – sozusagen ein „Schuss vor den Bug“ der Geschäftsführer Geschäftsführer Burkard Rausch, Rolf Wirfler und Javier Curras.

Jetzt lenkte die Geschäftsführung ein. „Zur Vermeidung weiterer gerichtlicher Auseinandersetzungen“ versicherte die Beklagte, dass sie sich verpflichte „ausdrücklich, keine Maßnahmen der Betriebsschließung vorzunehmen, solange der Verhandlungsanspruch des Betriebsrates bezüglich eines Interessenausgleichs noch nicht erfüllt ist.“ Der Jeco-Prozessbevollmächtigte bat das Arbeitsgericht Hagen um einen entsprechenden gerichtlichen Vergleichsvorschlag.

Rechtsanwalt Lutz Ellinghaus, der den Betriebsrat gemeinsam mit der IG Metall unterstützt, hob die positive Rolle des Märkischen Arbeitgeberverbandes beim Zustandekommen der erzielten Einigung hervor.

Der Betriebsratsvorsitzende Michael Jeanecke und seine Mannschaft erwarten nun, dass die Geschäftsführung ihre „Blockade-Politik“ aufgibt und die notwendigen Unterlagen zur Verfügung stellt, damit sie mit Unterstützung der Project Consult „Vorschläge zur Sicherung und Förderung der Beschäftigung“
(§ 92a BetrVG) ausarbeiten können. Dazu wurde nach einem weiteren Work-Shop ein erweiterter Fragenkatalog der Geschäftsführung übergeben.

Darüber hinaus ist in den kommenden Tagen eine Betriebsversammlung geplant, in der die Beschäftigten über den Stand der Gespräche mit der Arbeitgeberseite und die weitere Vorgehensweise des Betriebsrates informiert werden sollen.

Foto: Jeco – Aktion vorm Betrieb, IGM GH-Archiv

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