Solidarität mit den Beschäftigten

Solidarität mit den Beschäftigten

Gevelsberg: Jeco-Betriebsrat vom Bürgermeister empfangen

„Jeco ist der drittgrößte gewerbliche Arbeitgeber in unserer Stadt. Wir brauchen nicht weniger Industrie, sondern mehr,“ steht für Bürgermeister Claus Jacobi fest. Er drückte die Solidarität aller im Rat vertretenen Parteien für die betroffenen Beschäftigten aus: „Wir kämpfen für das gleiche Ziel, wie die Belegschaft. Wir wollen diese Arbeitsplätze in Gevelsberg erhalten.“ Ein klares Bekenntnis des Stadtoberhauptes, das die Betriebsratsmitglieder der Firma Jeco und Vertreter der IG Metall begrüßten. Sie waren am Freitag (06.03.) in das Gevelsberger Rathaus gekommen, um aus erster Hand über den Stilllegungsbeschluss und dessen Auswirkungen auf die Arbeitnehmer zu informieren.

Im Gespräch wurde deutlich, dass die Jeco-Belegschaft und ihre Interessenvertretung regelrecht überrumpelt wurden. Die IG Metall-Bevollmächtigte Clarissa Bader beklagte die mangelhafte Information der Interessenvertretung. Der Beschluss wurde zwar im Aufsichtsrat der Mahindra Forgings GmbH gefasst, so Bader, doch in diesem Gremium nach angloamerikanischem Vorbild sitzen nur Anteilseigner bzw. Vorstandsmitglieder und keine Vertreter der Arbeitnehmer. Die Entstehung des Beschlusses verstoße klar gegen das Betriebsverfassungsgesetz, bis hin „dass schon moderne und neue Maschinen demontiert und nach Schöneweiss verlagert worden sind,“ erklärte der Betriebsratsvorsitzende Michael Jaenecke.

Auch die Lage des Betriebes im Wohngebiet wurde erörtert. Die Geschäftsführung nannte als einen Grund für die geplante Schließung die Beschränkung auf einen „Zwei-Schicht“-Betrieb. Tatsächlich wird an den Bearbeitungsmaschinen rund um die Uhr gearbeitet, nur die Hämmer blieben in der Nacht stumm, erläuterten die Betriebsratsmitglieder. Klaus Bröking zitiert in der WAZ (07.03.) den Sprecher des Ennepe-Ruhr-Kreises; Ingo Niemann, mit den Worten: „Wir haben bei einer Vorbesprechung (der Geschäftsführung) signalisiert, dass wir den Betrieb von Nebenanlagen, auch Anlieferungen und Versand, genehmigen könnten. Nur bei den Hämmern wäre der Kreis hart geblieben.“ Auf einen entsprechenden Antrag würde der Kreis noch heute warten.

Die IG Metall-Bevollmächtigte stellte die weitere Vorgehensweise der Belegschaftsvertreter und ihrer Gewerkschaft dar: Hinzuziehung von Sachverständigen: Gemeinsam mit den Beschäftigten soll die Essener Project Consult (PCG) ein Alternativ-Konzept mit dem Ziel erarbeiten, „den Standort zu erhalten.“ Die Betriebsratsmitglieder zeigten sich bei ihrem Besuch im Rathaus auf jeden Fall selbstbewusst. „Die Belegschaft steht zu 200 Prozent hinter uns,“ formulierte Michael Jaenecke unter zustimmendem Nicken seiner Kollegen.

Bürgermeister Claus Jacobi informierte abschließend, dass der Rat der Stadt Gevelsberg am Ende der Woche in seiner Sitzung eine „Solidaritätsadresse an die Beschäftigten des von der Schließung bedrohten Unternehmens Jeco“, verabschieden wolle. Es wurde vereinbart, dass der Betriebsratsvorsitzende und die IGM-Bevollmächtigte einleitend ein kurzes Statement abgeben. „Diese Solidarität sollten wir uns gemeinsam abholen,“ so die Stimmung der Betriebsräte beim Rausgehen. Also werden sie in den kommenden Tagen im Betrieb aktiv dafür mobilisieren:

Kommt alle – Belegschaftsmitglieder und Familienmitglieder – am Donnerstag, 12. März zum Rathaus in Gevelsberg!

Bürgermeister Claus Jabobi empfing im Gevelsberger Rathaus Jeco-Betriebsrat und die IG Metall
Foto: IGM-GH

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