Vom Harz ins Ruhrgebiet

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Gevelsberg: Jeannette Hentschel verstärkt das IG Metall-Team

Der 1. Mai ist weltweit Kampf- und Feiertag der ArbeitnehmerInnen. Für Jeannette Hentschel (34) wird es der erste Arbeitstag im Ruhrgebiet sein. Die neue Gewerkschaftssekretärin verstärkt das Hauptamtlichen-Team in der IG Metall Vst. Gevelsberg-Hattingen. Schon vor Wochen hatte sie im Rahmen des Trainee-Programms der IG Metall erste Einblicke in die örtliche Gewerkschaftsarbeit im Ennepe-Ruhr-Kreis gewonnen. Diese haben sie in ihrer Entscheidung bestärkt, hier an der Grenze zum Bergischen Land in die betriebliche und örtliche Gewerkschaftsarbeit einzusteigen.

Kollegin Hentschel stammt aus dem Harz. Sie ist in der „bunten Stadt“ Wernigerode geboren. Sie stammt nicht aus dem Geschlecht der Grafen zu Stolberg-Wernigerode, die 1855 in Hattingen eine Eisenhütte gründeten, die spätere Henrichshütte, sondern aus einer Arbeiterfamilie. Eingeschult wurde sie noch in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Ihren Schulabschluss machte sie als Bürgerin im wiedervereinten Deutschland.

Im Jahre 1999 begann Jeannette in der Rautenbach Guss GmbH in Wernigerode, in der damals noch rund 500 ArbeitnehmerInnen beschäftigt waren, ihre Ausbildung zur Industriekauffrau. Es war der damalige Betriebsratsvorsitzende, der sie nicht nur als Mitglied für die IG Metall gewann, sondern auch für die Kandidatur zur Jugend- und Auszubildendenvertreterin. „Das war sozusagen mein Einstieg in die gewerkschaftliche Arbeit“, sagt die neue Gewerkschaftssekretärin. Überhaupt sei sie über die gewerkschaftliche Jugendarbeit politisiert worden.

Dies sei eine wichtige Phase in ihrem Leben gewesen, beispielsweise zu erkennen, dass es notwendig ist, sich als Beschäftigte in Gewerkschaften zusammen zu schließen und gemeinsam für die Durchsetzung von Forderungen zu kämpfen. Natürlich blieb es nicht aus, dass sie sich im Orts- und Bezirksjugendausschuss für die Belange der Jugendlichen engagierte. Schließlich vermittelte sie ihre in Gewerkschafts-Seminaren erworbenen Kenntnisse als ehrenamtliche Referentin an die KollegInnen weiter.

Dieses ehrenamtliche Engagement setzte sie auch während ihres Studiums (2002-2007) am Fachbereich Automatisierungstechnik und Informatik an der Hochschule Harz in Wernigerode fort. Mit dem Abschluss „Diplom-Wirtschaftsingenieur“ in der Tasche machte sich Jeannette Hentschel erstmals für sechs Monate nach Irland auf, nicht zu einer verlängerten Urlaubsreise, sondern um im Ausland erste Berufserfahrung im Bereich der Qualitätssicherung zu sammeln, bis sie schließlich bei der Flachstahl Salzgitter GmbH in der Abteilung Arbeitssicherheit eine Tätigkeit aufnahm.

Aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen konnte sie diese Arbeit in Salzgitter nicht fortsetzen. „Die anschließende kurze Zeit der Arbeitslosigkeit gab mir die Gelegenheit gründlich über die Frage ‚Wie weiter?‘ nachzudenken“, erläutert Jeannette, wie sie zu ihrem Entschluss kam, hauptamtlich in die Bildungsarbeit einzusteigen. Die gebürtige Harzerin verschlug es auf diesem Weg 2010 nach Oberbayern. Hier im Jugendbildungszentrum der IG Metall in Schliersee leitete sie knapp vier Jahre Jugendseminare, referierte über gesellschafts- und gewerkschaftspolitische Zusammenhänge und diskutierte mit Javis und Jugendvertrauensleuten über ihre Handlungsmöglichkeiten in der betrieblichen Arbeit.

Um ihre gewerkschaftlichen Erfahrungen im Betrieb und in der Bildungsarbeit durch Praxiseinsätze auf den unterschiedlichen Ebenen der IG Metall, insbesondere in Verwaltungsstellen zu erweitern, stieg Jeannette Hentschel 2014 in das zwölfmonatige Trainee-Programm ein, das sie im Frühjahr in Gevelsberg beendete. Jetzt freut sie sich auf die Zusammenarbeit mit dem „coolen Team“ im IG Metall-Haus und den ehrenamtlichen Funktionären in den Bertrieben in einer lebenswerten Region, von der Ennepe bis zur Ruhr.

Herzlich Willkommen oder wie man im Revier sagt: Glück auf!

Foto: Die künftige Gewerkschaftssekretärin Jeannette Hentschel Foto: IGM-GH

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