Widerstand mobilisieren

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GewerkschafterInnen für Frieden und Solidarität

Bochum – Die Erinnerung an den 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus, der Kampf gegen den Neo- Nazismus, die Forderung nach ein neuen, sozialen Europa und die Solidarität mit Griechenland – diese Themen prägten die Kundgebung vor dem Schauspielhaus in Bochum. Dazu aufgerufen hatte die Initiative „GewerkschafterInnen für Frieden und Solidarität“. Zuvor zog der Demonstrationszug vom Hauptbahnhof zum Kundgebungsplatz. Auch aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis nahmen viele IG Metaller teil.

„Wir wollen die Debatte in den Gewerkschaften gegen den Rüstungswahn und für Rüstungskonversion und zivile Konfliktbearbeitung anstoßen“, rief der DGB-Regionsvorsitzende Jochen Marquardt den Kundgebungs-TeilnehmerInnen aus der Region zu. Die neoliberale Politik, so Jochen Marquardt, habe maßgeblich zur Verschärfung der aktuellen Krisen beigetragen. Demokraten, Gewerkschafter und linke Kräfte müssten ihren Beitrag für einen Politikwechsel in Deutschland leisten und damit eine wichtige Voraussetzung für eine Neuausrichtung eines sozialen und demokratischen Europas unterstützen: „Lasst uns dafür unsere Kräfte bündeln und Menschen mobilisieren.“

Das ehemalige geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall, Horst Schmitthenner erinnerte an die Aussage des ehemaligen Bundespräsidenten Richard Weizsäcker „der 8. Mai 1945 war ein Tag der Befreiung, er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“, um festzustellen: 70 Jahre nach der Befreiung schauen wir besorgt auf die Entwicklung in der Welt, in Europa und im eigenen Land. Kriege dürfen kein Mittel zur Konfliktlösung sein. Angesichts der bedrückenden Entwicklung von Rechtspopulisten wie Pegida und AfD müsse Aufklärung betrieben werden. „Notwendig ist Widerstand gegen soziale Ungerechtigkeit und Fremdenfeindlichkeit zu leisten“, sagte Schmitthenner unter Beifall.

Foto 2 Bochum 09.05.2015

Claudia Zinn, Jugendsekretärin der Gewerkschaft ver.di, bewertete aus Sicht der jungen Generation den Jahrestag der Befreiung, der der Jugend in Deutschland ermöglicht hat in Frieden und Demokratie aufzuwachsen. Umso notwendiger sei es, dass sich gerade die Jugend in vorderster Reihe gegen neofaschistische Aktivitäten engagiere. Sie forderte angesichts der aktuellen Entwicklungen, stets die richtigen Lehren aus der Geschichte zu ziehen und jegliche Form des Nazismus, Rassismus und Völkerhasses strikt abzulehnen. „Es gibt wieder einige braune Flecken in der Welt, von der neue Gefahren ausgehen.“ Es sei wichtig, dagegen vereint aufzutreten.

Hauptredner Giorgos Chondros, Vorstandsmitglied der griechischen Regierungspartei Syriza, schilderte eindrucksvoll den Kampf der griechischen Bevölkerung. „Wir erleben in Griechenland einen Krieg – nur ohne Blutvergießen!“, rief er den Gewerkschaftern und Friedensaktivisten zu. Die durch das „Spardiktat“ der EU heraufbeschworene „humanitäre Katastrophe“ fordere täglich Todesopfer: Rentner, die sich keine Medikamente mehr kaufen können, ebenso wie Verzweifelte, die Selbstmord verübt hätten.

Syriza, so Chondros, habe nach 100 Tagen „der Bevölkerung Würde und Hoffnung wiedergegeben.“ Keine Lohn- und Rentenkürzungen, keine Privatisierungen: Von „roten Linien“ spricht der Syriza-Vertreter. „Das muss Europa akzeptieren, ebenso wie eine linke Regierung.“

„Wir werden es schaffen. Dafür brauchen wir eure Solidarität“, erklärte er unter anhaltendem Beifall.

Auch die Kultur kam auf dem Platz vor dem Schauspielhaus nicht zu kurz: Mit politischen Liedern von ewo2 und Bernd Köhler und nachdenklichen Liedern der „Grenzgänger“ sowie griechischen Klassikern von Mikis Theodorakis, gespielt von der Gruppe Orfeas, wurde die Kundgebung musikalisch umrahmt.

Das „Friedens-Fest“ endete mit einer großen Sirtaki-Darbietung von griechischen Folklore-Gruppen aus Bochum und Gevelsberg, die schließlich zu den Klängen von „Alexis Zorbas“ auch die BesucherInnen zum Mittanzen veranlassten.

Foto 3 Bochum 09.05.2015

Foto 1: IG MetallerInnen aus dem EN-Kreis demonstrieren in Bochum
Foto 2: Gewerkschafter vor dem Schauspielhaus in Bochum
Foto 3: Die Kundgebung endet mit einem gemeinsamen Sirtaki-Tanz
Alle Fotos: IGM-GH

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